Petticoats – Ein Klassiker erobert die Neuzeit 31. Juli 2015

Was wären die swingenden Tellerröcke in den 50er Jahren ohne den entsprechenden Unterbau gewesen? Wahrscheinlich nur halb so spektakulär. Denn erst der Petticoat schaffte Fülle und zauberte eine tolle Silhouette. Viele gehen davon aus, dass der Petticoat erst in den 50ern entstanden ist, doch das stimmt nicht.

petticoat

Denn der bauschige Unterrock diente bereits um 1585 als stützendes und formgebendes Kleidungsstück. So ist der Petticoat aus der Modewelt des 16. Jahrhunderts nicht wegzudenken. Verleiht er doch der Bekleidung, die in dieser Epoche vorherrschte erst die typische „kuppelartige“ Form. Das bedeutet das die Taille der Trägerin automatisch optisch schmaler erscheint. Dies geschieht durch die bauschige Form des Petticoats die dafür sorgt das, dass Rockteil an Volumen gewinnt.

Der Petticoat, ein Modeklassiker

Betrachtet man die weitere Entwicklung des Petticoats, so ist der Unterrock im 18. Jahrhundert sehr massiv. Um noch mehr Volumen und Standfestigkeit bei den Überkleidern zu erzielen, wird der Petticoat in diesem Jahrhundert aus edlen Materialien wie Wolle oder Seide gefertigt. Zusätzlich wurden die Lagen dann noch gesteppt, was wiederum dafür sorgte, dass die Trägerin nicht so schnell fror. Ab etwa 1840 wird der Petticoat allmählich von der Krinoline abgelöst und verschwindet erst einmal im modischen Nirvana.

Christian Dior erweckte den Petticoat wieder zum Leben

1947 betritt der scheinbar längst vergessene Petticoat wieder das große modische Parkett. Zu verdanken haben wir das Christian Dior und seinem New Look. Typisch für Dior zu dieser Zeit, war die sogenannte Blütenkelchlinie. Kennzeichnend für die Ligne Corelle waren betont schmale Taillen und runde Hüften. Diese Optik erreichte Dior durch Kleider oder Röcke die mittels stufigen, teilweise versteiften und gerafften Petticoats gestützt wurden.

Rock`n Roll sei Dank, bleibt der Petticoat auch während der Dekade der 50er extrem populär. Ende der 50er Jahre kam es sogar zu einer fast schon, für damalige Verhältnisse skandalösen Diskussion. Denn man war sich uneins darüber, ob der Petticoat etwa länger sein darf als der Rock und somit hervorblitzen dürfte. In den 60ern dann, verlor der bauschige Unterrock allmählich wieder an Bedeutung.

Whiteandpinkpetticoat

Der Petticoat heute

Die Rockabellas der heutigen Generation machen sich selbstverständlich keine Gedanken mehr darüber ob der Petticoat nun hervorblitzt oder nicht und das ist auch gut so. Denn das Image als funktionelle Unterbekleidung hat der Petticoat schon lange abgelegt. Denn Petticoats gibt es heute in allen erdenklichen Farben und Musterungen, sodass manche Modelle wirklich viel zu schade sind, um sie nur unterm Kleid oder dem Rock zu verstecken. So darf der Petticoat, der eigentlich ja nur als „Unterrock“ gedacht ist, gerne auch mal die Hauptrolle übernehmen.

Heute ist der Petticoat Sinnbild für das typische Lebensgefühl der 50er Jahre. Auch heute zaubert der Unterrock ,der etwas anderen Art der genau genommen aus zwei Teilen besteht, nämlich aus einem schmalen Sattel und den vielen Stofflagen die für die typische Fülle sorgen, eine herrliche Silhouette. Dank der Rockabilly Szene und den mittlerweile doch recht zahlreichen Liebhaberinnen der damaligen Mode, ist der Petticoat nicht in der Mottenkiste verschwunden, sondern erfreut sich weiterhin großer Beliebtheit und versprüht einen ganz eigenen, zauberhaften Retro-Charme.

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Kategorien Stylecheck

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